Fort Knox

Fort Knox – wer sind wir?

Wir sind Amateurimker, die ihre Imkereien ohne chemischen Druck führen und gemeinsam die Selektion von Bienen unterstützen wollen, die zu einem selbstständigen Leben fähig sind.

Woher kommt das Problem?

Die Welt des 21. Jahrhunderts ist voller Bedrohungen für Insekten. Die Trachtgrundlagen werden systematisch ärmer, das Klima verändert sich, und Luft, Boden und Wasser werden durch Industrie und Landwirtschaft verschmutzt. Die größte Bedrohung für Honigbienen (Apis mellifera) ist heute jedoch die Milbe Varroa destructor. Sie ist derzeit das Problem Nummer eins der Imkerei und direkt oder indirekt für den Tod der meisten Bienenvölker verantwortlich. Der Einsatz sogenannter „Chemie“ gegen die Milbe hat die Probleme der Bienen auf vielen Ebenen verschärft und viele Krankheitserreger virulenter gemacht, mit denen Bienen früher ohne größere Schwierigkeiten zurechtkamen.

Leider sind es wir — Menschen und auch Imker —, die den Bienen ihre heutigen Probleme bereitet haben. Die Geschichte der letzten Jahrzehnte zeigt aber, dass wir nicht in der Lage sind, alle diese Probleme für die Bienen zu lösen. Wir sollten daher Methoden der Imkerei annehmen, die es den Bienen ermöglichen, selbst zurechtzukommen. Zumindest dann, wenn wir wollen, dass sie wieder selbstständig werden.

Wir sind Amateurimker, die daran glauben, dass die Natur mit den meisten Problemen selbst zurechtkommen kann, wenn wir sie nur wirken lassen. Unsere Rolle als Imker besteht deshalb darin, die Prinzipien der Natur in unsere Imkereien und unter die Beutendeckel zu lassen. Zur Lösung der Probleme der Bienen wollen wir keine toxischen oder bioziden Mittel verwenden, denn gerade sie sind in Wirklichkeit für die Schwierigkeiten verantwortlich, mit denen die Bienen heute konfrontiert sind — oder zumindest für deren Ausmaß. Der Einsatz von Giften und bioziden Substanzen in Imkereien verschiebt die Probleme der Imkerei vor allem auf kommende Generationen. Diese Stoffe verschmutzen und verarmen in erster Linie die Umgebung im Bienenstock, stören aber auch die Anpassungsprozesse der Bienen und tragen gleichzeitig zur erhöhten Virulenz von Krankheitserregern bei. Langfristig führt all dies zu einer systematischen Verringerung der Fähigkeit der Insekten, ohne sogenannte „Betreuung“ durch Imker selbstständig zu leben. Mit jedem Jahrzehnt wird es für Bienen schwieriger, ohne Eingriffe und Behandlungen zu überleben. Wir befinden uns in einem Teufelskreis der Chemisierung. Das Festhalten an genau diesen Entscheidungen lässt die Probleme der Bienen weiter anwachsen; zugleich sterben die Bienen ohne sogenannte „Chemie“.

Warum Fort Knox?

Unsere Antwort auf diese Probleme ist das Amateurprojekt „Fort Knox“ und die gegenseitige Zusammenarbeit bei der Selektion lokaler Bienen — Bienen, die an ihre Umwelt angepasst und vor allem gegen Parasiten und Krankheitserreger resistent sind.

Wir sind der Meinung, dass Bienen nur dann Mechanismen entwickeln können, die ihnen das Überleben im Umgang mit der Varroamilbe ermöglichen, wenn wir auf chemische Behandlungen in den Imkereien verzichten und die Bienen der natürlichen Selektion überlassen. Der Prozess selbst ist jedoch schwierig und kostspielig. Nur wenige können ihn allein durchlaufen.

Zusammenarbeit statt einsamer Selektion

Wir sind Menschen, die glauben, dass man durch Zusammenarbeit mehr erreichen kann als allein. Die Wirkung unserer gemeinsamen Anstrengung ist weit größer als die Summe der individuell getragenen Mühen. Gemeinsam arbeiten wir für das gemeinsame Wohl, teilen das Risiko und die Freude an lebenden Bienen.

Wir sind Imker, die sehr unterschiedliche Imkereien führen. Unter uns gibt es Menschen, die sich über zwei oder drei Beuten im Garten freuen, und solche, die mehrere Dutzend Völker haben und deren imkerlicher Ehrgeiz sie dazu antreibt, sich weiterzuentwickeln und nicht beim derzeitigen Bestand stehenzubleiben. Wir haben verschiedene Beutentypen und verwenden unterschiedliche Lösungen. Manche können sich alte, schwere, isolierte Warschauer Beuten auf ihren Bienenständen nicht vorstellen, während anderen einwandige Beuten mit Gitterböden und Folienabdeckungen nicht zusagen. Aber wir alle wollen Imkerei ohne sogenannte „Chemie“ betreiben und glauben an enge Zusammenarbeit für das gemeinsame Wohl. Deshalb beschenken wir einander, haben aber auch Erwartungen aneinander. Wir alle glauben außerdem, dass die natürliche Selektion die Probleme der Bienen langfristig lösen und uns in Zukunft die Art von Imkerei ermöglichen kann, die wir immer betreiben wollten.

Wer sind wir heute?

Heute sind wir noch immer nicht über den Rahmen eines Amateurprojekts hinausgewachsen. Wir sind nur einige bis gut ein Dutzend Personen. Wir stammen aus zwei Kreisen von Imkern, die Grundsätze einer bienenfreundlichen Imkerei anwenden: aus dem Verein für natürliche Imkerei „Wolne Pszczoły“ — „Freie Bienen“ (www.wolnepszczoly.org, Website auf Polnisch) und aus der Gruppe „Bractwo Pszczele“ — „Bienenbruderschaft“ (www.bractwopszczele.pl, Website auf Polnisch). Wir hoffen jedoch, dass das Projekt „Fort Knox“ immer mehr imkerliche Kreise und einzelne Imker zusammenführen und integrieren wird — Menschen, die wie wir keine Gifte einsetzen wollen und die, wie wir, in ihren eigenen Imkereien Bienen halten möchten, die ohne „chemische Hilfe“ überleben können.

Wir laden Sie ein, die Grundannahmen des Projekts kennenzulernen und mit uns zusammenzuarbeiten. Gemeinsam können wir mehr erreichen.